Bebauung des neuen Quartiers

Architektur und Gebäude

Klimaangepasstes Bauen

Vorgehensweise

Die Gebäudeplanung wird zusammen mit den Anforderungen an die Freiräume und an die Energieeffizienz entwickelt. Es werden die Anpassung der Gebäudeplanung und der Gebäudetechnik an geänderte Klimabedingungen und der Einsatz von höher belastbaren Baustoffen gegenüber extremen Witterungsereignissen erprobt. Unter anderem werden Ausschreibungsunterlagen und fachliche Empfehlungen für das Gundlach-Qualitätsmanagement für Projektentwicklung, Bauablaufplanung und Bauleitung und den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes erarbeitet.

Architekturwettbewerb

Im Februar 2016 wurde der kooperative nicht öffentliche Planungswettbewerbes ausgelobt. Als Ziel für das gesamte Baugebiet waren eine klimawandelangepasste, nachhaltige Pla­nung und Bauweise und eine gute soziale Durchmischung mit lebendigen Nachbar­schaften vorgegeben. Die Wohnformen sollen sich sowohl an der Nachfrage nach Eigentumsbil­dung als auch am hohen Bedarf an Mietwohnungen im Nordosten des Stadtgebietes orientieren.

Insgesamt zwölf Architekturbüros aus Hannover, Hamburg und Wien wurden aufgefordert Entwürfe, für insgesamt drei Baufelder zu erarbeiten. Je Baufeld haben vier Büros Konzepte zur Bebauung und Freiraumplanung entwickelt. Die Architekten mussten einen umfangreichen Anforderungskatalog erfüllen.

Bewertungskriterien waren bspw. die Passung zum städtebaulichen Umfeld, die Materialität und Gestaltungsqualität sowie die Qualität der Grundrisse. Als besondere Aufgaben hatten die Architekten ökologisch nachhaltig mit dem besonderen Aspekt des Klimawandelangepassten Bauens zu planen. Es wurden u. a. Aussagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, einer energieeffizienten Bauweise, Gebäudebegrünung, Gebäudeökologie und Mobilität ohne eigenes Auto erwartet. Gleichzeitig soll das Konzept auch mit möglichst geringen Baukosten wirtschaftlich umsetzbar sein.

Als weitere Besonderheit wurden die Wettbewerbsergebnisse interessierten Bürger vor der Jurysitzung am 10.8. vorgestellt, so dass ihre Anregungen in die Bewertung der Jury mit einfließen konnten.

Anschließend fanden drei Werkstätten zu den Themen Freiraum und Bodenmanagement, Energie und Mobilität statt, in denen die drei prämierten Entwürfe gemeinsam mit den Wettbewerbsgewinnern, Fachplanern, Fachleuten der Landeshauptstadt Hannover und Gundlach hinsichtlich Klimaanpassung und Nachhaltigkeit optimiert wurden.

Klimaangepasste Konzepte werden realisiert

Prämiert wurden die Entwürfe von blauraum Architekten (Baufeld B-H), gruppeomp architekten (Baufeld I) und AllesWirdGut Architektur (Baufeld J). Die Kindertagesstätte (Baufeld A) wird von N2M Architektur & Stadtplanung geplant.

Mitten in Hannover-Bothfeld entstehen ab 2018 auf vier Baufeldern ca. 270 Wohneinheiten. Auf dem Nettobauland von ca. 9,2 ha sind etwa 25.000 m² Wohnfläche geplant sowie eine ca. 850 m² große Kindertagesstätte.

Neben der Energieeffizienz (KfW 40 und KfW 55 Standard) werden bei der Planung und beim Bau auch sehr konkrete Aspekte berücksichtigt, die bei Hitzetagen (Temperaturen über 30°C) und häufiger auftretenden Starkregenereignissen eine Rolle spielen.

Dazu gehören u.a. die Verwendung heller Fassadenmaterialen (reflektieren die Strahlungswärme), baulicher Sonnenschutz und Verschattungselemente, Bäume als Schattenspender, Dach- und Fassadenbegrünung und vor Überflutung geschützte Tiefgarageneinfahrten

Gundlach 12/2017