Umgang mit Boden und Wasser

Boden- und Regenwassermanagement

Regenwasserversickerung

Auf Grund des Klimawandels ist zukünftig vermehrt mit Starkregenereignissen zu rechnen. Stark versiegelte und bebaute Stadtfläche bedeuten Gefahr für die Gebäude und Infrastruktur sowie eine Überlastung der Kanalisation.

Klimaangepasstes Bauen im Quartier „Herzkamp“ heißt auch, dass keine herkömmliche Regenwasser-Kanalisation gebaut wird, sondern ein Regenwassermanagement-System in Form eines so genannten „offenen“ Entwässerungssystems geplant wird.

Von den Fahrstraßen wird das Regenwasser in parallel geführte Mulden abgeleitet, wo es versickern kann. Das Regenwasser von Dächern und weiteren Wegen wird ebenfalls in dafür vorgesehene Versickerungsmulden geleitet. Dabei entstehen keine stehenden Wasserflächen, sondern das Wasser versickert nach kurzer Zeit in den Untergrund.

Als Reservefläche für besonders intensive Starkregenereignisse dient die Grünfläche zum angrenzenden Wald.

Weitere Vorteile der Regenwasserversickerung:

  • robustes System mit geringem Aufwand in der Errichtung und Unterhaltung
  • Neubildung und Erhaltung des Grundwassers
  • Entlastung der Kanalisation
  • Bäume können aus den Mulden Wasser im Wurzelbereich speichern, um Trockenperioden zu überstehen
  • Wohlfühlatmosphäre durch mehr begrünte Außenflächen

Vorsorgender Bodenschutz und Bodenmanagement

In dem gesamten Baugebiet wird so wenig Bodenfläche wie möglich versiegelt, um die Versickerungsfunktion des Bodens aufrechtzuerhalten. Die Baustelleneinrichtung ist so geplant, dass nur die Flächen, die auch später bebaut werden, für die Befahrung und Lagerung vorgesehen sind, um eine Verdichtung des Untergrundes zu vermeiden.

Die große Freifläche im nördlichen Bereich der Baustelle wird ebenso wenig wie möglich versiegelt, so dass die in diesem Bereich vorkommenden schutzwürdigen Böden großflächig erhalten werden. Der abgetragene Oberboden des gesamten Baufeldes wurde teilweise in einem Wall eingebracht, der eine Befahrung von diesem Bereich durch den Baustellenverkehr und anderem schweren Gerät verhindert. Dies ist notwendig, um seine Funktion als Notüberlauf bei Starkregen zu erhalten.

Insgesamt wurden 17.000 m³ Oberboden abgetragen. Sämtlicher Oberboden wurde verwertet, d.h. dass dieser weiterhin - im Gegensatz zu einer Entsorgung - als qualitativ hochwertiger Oberboden verwendet wird. 4.000m³ Boden verblieben für die Errichtung des Erdwalls auf der Baustelle. Pro Fahrzeug und km werden etwa 750-770g Treibhausgase (CO2-Äquivalent) ausgestoßen. Der Wegfall von 500 LKW-Touren bzw. 10.000 nicht gefahrenen km entspricht also einer CO2-Einsparung von rund 7.600kg.