Klimaschutz, Mobilität, Energie

Klimaschutz, Mobilität, Energie

Im Projekt „KlimaWohL“ wird Klimaanpassung, Klimaschutz, Mobilität und Energie im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung integriert bearbeitet. Es werden sowohl räumlich-strukturelle und bautechnische Synergien im Quartier zwischen den einzelnen Handlungsfeldern entwickelt (Win-win-Potenziale), als auch Ansatzpunkte für verhaltensbezogene Perspektiven der zukünftigen Bewohner gewonnen.

Klimaschutz/Klimaanpassung

Stadt und Region Hannover haben den Beschluss gefasst, bis zum Jahr 2050 klima­neutral zu werden. Dies bedeutet, dass Neubaugebiete möglichst energieeffizient gebaut werden und ein möglichst hoher Anteil regenerativer Energien zum Einsatz kommt. Die Auswirkungen des Klimawandels werden sich in Hannover vor allem in der Zu­nahme der Hitzebelastungen im Sommer (vermehrte Anzahl Hitzetage und Tropen­nächte) zeigen.

Ziel ist es daher, die Durchlässigkeit des Gebietes für die Kaltluft, die sich nördlich des Gebietes bildet und bisher nach Süden in die angrenzenden Gebiete strömt, zu erhalten. Gleichzeitig ergibt sich ein Kühlungseffekt im Gebiet selbst. Als positiv zu bewerten ist die fast senkrecht von der Bischof-von-Ketteler-Straße ausgehende Erschließungsstraße als „Kaltluftschneise“. Die Bebauung weitet sich nach Norden hin trichterförmig auf und kann die dort entstehende Luft gut aufneh­men. Die Begrünung des Straßenraums erfolgt hier zurückhaltend und zwischen Einzelbäumen im Kronenbereich ist ein größerer Abstand (je nach Baum-art etwa ein bis zwei Kronendurchmesser) vorhanden. Auf eine enggesetzte Baumgruppe auf dem Quartiersplatz wird in dieser Leitbahn verzichtet.

Der Klimawandel bedingt darüber hinaus eine Zunahme der Starkregenereignisse, zum Teil verbunden mit Hagel und Sturm. Eine klimaangepasste Bauweise muss daher auf die Aspekte Sonnenschutz, Kühlung, Einsatz von höher belastbaren Bau­stoffen gegenüber extremen Witterungsereignissen (Hagelschlag, Sonneneinstrah­lung) eingehen.

Abfallvermeidung, -verwertung und Recycling sind weitere Elemente einer nachhal­tigen Siedlung. In Hannover gibt es Restmüll- und Biomülltonnen, sowie Papier- und Wertstofftonnen („O-Tonne“), für die Stellplatzmöglichkeiten auf den Grundstücken eingeplant sind. Im öffentlichen Raum sind Sammelstellen für Glascon­tainer vorgesehen.

Ziel des vorsorgenden Grundwasserschutzes für diesen Bereich des Stadtgebietes Hannovers ist unter anderem die Erhöhung des Sauerstoffgehaltes im Grundwas­ser. Das kann durch die flächenhafte Versickerung von Niederschlagswasser er­reicht werden. Das Gebiet wird daher nicht an die Regenwasserkanalisation ange­schlossen, sondern das gesamte anfallende Regenwasser wird versickert.

Energie

Das Energiekonzept für das klimaneutrale, nachhaltige Wohnquartier „Herzkamp“ sieht u. a. energieeffizientes Bauen, den Einsatz von umweltverträglichen Baustoffen, die Nutzung erneuerbarer Energien für die Energieversorgung des Quartiers und der Einzelhaushalte, sowie ein klimaangepasstes Mobilitätskonzept vor.

Geothermie

Geothermie nutzt die natürliche Erdwärme - nachhaltig und erneuerbar. Die gewonnene Energie kann zum Heizen oder zur Stromerzeugung eingesetzt werden.

Als oberflächennahe Geothermie gilt die Nutzung der Erdwärme aus bis zu 400 Meter Tiefe. Dieselbe Erdwärme-Anlage, die im Winter heizt, kann im Sommer das Gebäude kühlen. Das angeschlossene Erdreich ist relativ gesehen kälter als die Raumluft. Die Heizflächen (in Fußböden, Wänden oder Decken) nehmen Wärme auf anstatt sie abzugeben. So gewonnene Wärmeenergie wird in den Untergrund geleitet und dort gespeichert. Als positiver Nebeneffekt erholt sich das geothermische Reservoir dadurch schneller vom vorherigen Wärmeentzug in der Heizperiode und die Effektivität des Systems steigt.

Oberflächennahe Geothermie hat sich bei Ein- und Mehrfamilienhäusern als umweltfreundliche Alternative zu fossilen Energieträgern erwiesen und ist bereits weit verbreitet.