Rahmenbedingungen für das neue Quartier

Standort und Strukturen

Standörtliche Rahmenbedingungen und räumliche Strukturen bilden die Voraussetzung für die Entwicklung klimaangepasster Wohnquartiere.

Am Beispiel des Pilotprojekts „Herzkamp“ wird das vorliegende Strukturkonzept optimiert und die Kriterien zur Standortwahl mittels der „Fachkarte Klimaanpassung“ geprüft. Auf dieser Basis werden modellhaft Empfehlungen erarbeitet, die zukünftig bei der Entwicklung von neuen Wohnquartieren, auf der Ebene von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen sowie bei Änderungen im Bestand wichtig sind.

Die Kooperationen, die Sensibilisierung und Kompetenzentwicklung für die beteiligten internen und externen Akteure werden bereits in der Planungsphase erprobt und optimiert. Unser Ziel ist es, Planungsempfehlungen, Kriterien und Maßstäben zur Bewertung von städtebaulichen Entwürfen von Wohnquartieren unter Berücksichtigung von Klimaanpassungsaspekten in verschiedenen Planungsprozessen (z.B. Städtebauliche Wettbewerbe, Entwurfsplanung, F-/B-Planung) zu erarbeitet.

Fachkarte Klimaanpassung

Um die Stadtentwicklung in Richtung einer „klimaangepassten“ Stadt zu lenken, müssen die Aspekte des Klimawandels bereits im Vorfeld von Planungen, z. B. Bebauungsplanungen und Stadtentwicklungsplanungen, zur Kenntnis genommen und in die Planungen integriert werden. Darum hat die Verwaltung auf Grundlage der Klimafunktionskarte der Stadt Hannover eine „Fachkarte Klimaanpassung“ im Maßstab des Flächennutzungsplans erstellt. Sie soll als Entscheidungsunterstützungstool zur Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen und als Grundlage für alle klimarelevanten Planungen dienen. Die Fachkarte ist im Dezember 2013 veröffentlicht worden.

Die Fachkarte Klimaanpassung enthält nachfolgend genannte für die Planungen bedeutsame Informationen. Die Grundlage dafür bilden in den Fachbereichen vorliegende Datensammlungen und Planwerke, beispielsweise die Karte klima- und immissionsökologischen Funktionen für die Stadt Hannover (2006) und die Karte der sommerlichen Wärmebelastung unter dem Einfluss des Klimawandels in der Landeshauptstadt Hannover (2011).

  • Kaltluftliefergebiete und wichtige Kaltluftleitbahnen
  • Klimakomfortinseln
  • Bioklimatisch höher belastete Siedlungsräume
  • Zunahme der sommerlichen Wärmebelastung bis Mitte des Jahrhunderts
  • Standorte empfindlicher Nutzungen
  • Siedlungsbereiche mit überdurchschnittlich hoher Einwohnerdichte
  • Überschwemmungsgebiete

Frischluftschneisen

Die Frischluftschneisen verlaufen von Norden nach Süden und transportieren kühle Luft aus dem Wald in die umliegenden Wohngebiete.

Die Bebauung wurde so ausgerichtet und konzipiert, dass diese Funktion erhalten bleibt. Dies ist in Hinblick auf die zu erwartenden steigenden Temperaturen im Zuge des Klimawandels ein wichtiger Parameter, um die Lebens-und Wohnbedingungen der „neuen“ und „alten“ Bewohner weiterhin angenehm zu gestalten.

Um die klimatischen Veränderungen vor, während und nach der Bauphase des Wohnquartiers zu dokumentieren, wurde eine Messstation auf dem Grundstück platziert, die Wind, Temperatur und Luftfeuchte in 2m und 10m Höhe misst.