Die klimaangepasste Stadt im Fokus

Eine klimaangepasste Stadt zu realisieren, das ist eine der großen Aufgaben für die Landeshauptstadt Hannover. Im Projekt KlimaWohL werden hierzu modellhaft im Bauvorhaben "Herzkamp" in Hannover-Bothfeld neue Formen der Kooperation und technischer Möglichkeiten erprobt.

KlimaWohL beteiligt zahlreiche Akteure, über den Beteiligungsprozess des Bauvorhabens deutlich hinausgehend. Dem Projekt liegt das folgende Modell zugrunde, anhand dessen die Themen, Personen und Prozesse verzahnt werden.

 

Projektziele

Im Verbund zwischen der LHH und der Gundlach Firmengruppe sollen innovative Kooperationsformen ausgebaut und neue Kooperationen zwischen unterschiedlichen Akteursgruppen, Handlungsfeldern sowie informeller und formeller Planung erprobt und (weiter)entwickelt werden. Zielgruppen sind zukünftige und jetzige Anwohner und Stakeholder aus verschiedenen Akteursgruppen (öffentliche, private, intermediäre, besonders klimasensible) und Projektphasen (Konzeptions-, Bau- und Nutzungsphase) sowie darüber hinaus im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit Bürger der LHH und die breitere Fachöffentlichkeit.

KlimaWohL ermöglicht, die Klimaanpassungsstrategie der Landeshauptstadt Hannover anhand des Pilotprojekts „Herzkamp“ in Hannover-Bothfeld systematisch zu erproben und zu einem Modell auszugestalten, das für weitere Projekte im Wohnungsneubau und in der Bestandsentwicklung dienen kann. KlimaWohL wird ein projektphasenübergreifendes „Hannover-Modell“ mit Gestaltungshinweisen sowie Informations- und Beratungstools entwickeln, das als übertragbare Basis für weitere Projekte dienen kann, die zur Entwicklung einer klimaresilienten Stadtgesellschaft in Hannover beitragen. Zugleich soll das Modell auch anderen Kommunen zur Verfügung stehen, um daraus eigene Strategien und Projekte zu entwickeln. Insgesamt werden hierdurch institutionelle, instrumentelle, methodische, soziale und ökonomische Innovationen erwartet.

 

Projektidee

Im hannoverschen Stadtteil Bothfeld wird von der Firmengruppe Gundlach auf einer Fläche von 4,5 ha (Nettobauland) für rund 275 Wohneinheiten das Baugebiet Herzkamp entwickelt. Dem bisher unbebauten Gebiet Herzkamp wird gemäß der Klimafunktionskarte der LHH eine hohe Bedeutung als Kaltluftentstehungsgebiet zugeordnet. Daraus entstand die Idee, das neue Baugebiet als Leuchtturmprojekt für ein klimaangepasstes und nachhaltiges Wohnquartier Herzkamp zu verwirklichen.

 

Besonderheit des Gebietes

Herzkamp liegt im Nordosten von Hannover. Die gute Lage zeichnet sich dahingehend aus, dass es sich zum einen zwischen bestehenden Wohnquartieren eingliedert und zum anderen direkt an Einkaufsmöglichkeiten angrenzt. Zusätzlich ist eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr gegeben. Das Gebiet grenzt nördlich an den vorhandenen Waldbestand an. Dieses liefert nicht nur eine Freiraumqualität für das Projektgebiet, sondern ist auch dem Stadtteil Bothfeld ein wichtiger Frischluftlieferant.

Das Hannover-Modell

Bei diesem Modell handelt es sich um ein Prozessmodell, dessen Kern sechs klimarelevante Themenfelder beinhaltet. Umschlossen wird der Kern von den fünf Handlungsfeldern, die die Prozessgestaltung mit formellen und informellen Instrumenten darstellt. Der anschließende Kreis bildet die für die jeweiligen Handlungsfelder relevanten Akteurs- und Zielgruppen, wie sie in der Darstellung exemplarisch aufgeführt werden. Der äußere Kreis bildet die Leitprinzipien bzw. Schlüsselfaktoren für die Gestaltung der Kooperationen, die in den verschiedenen Forschungsvorhaben zur Klimaanpassung als übereinstimmend bedeutsam herausgestellt worden sind.